Am 10. Oktober war es endlich soweit. Mit der ANA (All Nippon Airways) ging es von München aus per Direktflug nach Tokio – Haneda. Abflug war in München um 21.25 Uhr und in Japan landete die Maschine nach 11 1/2 Stunden Flug Ortszeit um 16.20 Uhr am 11.10. Danach schnell ins Taxi um mit dem Shinkansen von Tokio nach Nagaoka zu fahren. Dort wurde ich dann von meinem Agenten Rob am Bahnhof abgeholt. Nach dem Einchecken im Hotel ging es gegen 20 Uhr zum Abendessen. Ein Genuss.

Am nächsten Morgen früh aufgestanden und gleich nach dem Frühstück um 8.30 Uhr zu Kase. Kase hatte kürzlich abgefischt, weshalb die Auswahl und die Qualität super war. Ich konnte 2 schöne Boxen Nisai selektieren. Arigato Gosaiimas, Kase san!

Danach ging es weiter zu Miyatora. Auch dieser hatte sehr schöne Fische im Angebot. Allerdings war ich gehalten, mich auch maximal 7 Züchter zu beschränken. Bedauerlicherweise musste ich hier Fische schwimmen lassen, die ich gerne mitgenommen hätte.

Weiter ging es zu Shinoda. Hier wollte ich unbedingt Doitsu Showa, Ginrin Showa und Hi Utsuri selektieren. Und ich hatte unwahrscheinliches Glück. Shinoda san kam gerade von seinem Naturteich zurück und vor mir war kein anderer Kunde da. Ich hatte die allererste Auswahl, was ich auch genutzt habe. Wunderschöne Fische.

Die mitgereisten Kollegen haben noch bei anderen Züchtern vorbeigeschaut. Unter anderem waren wir auch bei Sakazume. Bedauerlicherweise war hier die Auswahl eher bescheiden. Eigentlich bekannt für seine Goromo, war von dieser Varietät kaum ein Fisch von ansprechender Qualität zu sehen. Eine Box habe ich hier deshalb nicht zusammenstellen können. Schade, aber so ist das eben. Nicht bei jedem Züchter bekommt man zu jeder Zeit diejenige Qualität, die man sich für seine Kunden wünscht. Danach sind wir noch zu Marusaka gefahren. Hier war die Auswahl an Nissai wieder sehr gut. Auch die Qualtiät hat gepasst, sodass ich zwei Boxen selektieren konnte, darunter auch ausgefallene Varietäten wie Ki Kikokuryu und Aya – Wakaba. Seht selbst:

Nachdem noch weitere Züchter angefahren wurden, aber eine Selektion jeweils nicht vielversprechend war, bin ich zum Ende des Tages noch zu Maruhiro gekommen. Dort ist immer viel Betrieb, weil seine Farm “verkehrsgünstig” liegt. Aber das Glück war mir hold und ich konnte gute Nisai selektieren. Darunter waren sehr gute Shusui, die einen hohen Weißanteil gezeigt haben. Genau das, was ich haben wollte, also Kescher reingehalten und 3 Boxen vollgemacht. Arigato Gosaiimas, Maruhiro san!

So ging der erste Tag in Niigata zu Ende. Wahnsinnig aufregend und wahnsinnig anstrengend. Es ist eine echte Herausforderung, aus den Becken der Züchter diejenigen Fische heraus zu keschern, die letztendlich den eigenen Ansprüchen genügen. Bei geschätzten 300 – 400 Nisai im Becken kann man schon mal den Überblick verlieren. Erst, wenn die ausgesuchten Koi auch noch den Gesundheitscheck überstanden haben, wird die Box fertig gemacht. Bei weitem ist es nicht so, dass jeder Verkaufsfisch in Japan unversehrt und gesund ist. Da muss unbedingt genau nachgeprüft werden. Abends haben wir den Tag dann mit guter japanischer Küche ausklingen lassen.

Am 13. Oktober sind wir morgens gleich zu Yamazaki von der Yamasan Koi Farm. Hier hatten wir uns angekündigt. Ich habe das Angebot an guten Nisai nicht als gut genug empfunden, um zu selektieren. Deshalb hatte ich Zeit, auch in die anderen Becken von Manabu zu schauen. Dabei sind mir zwei wunderschöne Beni Kikokuriyu aufgefallen, die ich mir zunächst in die Wanne gesetzt habe. Die Fische haben eine unwahrscheinliche Klarheit in der Farbgebung und sind von intensivem Glanz, weshalb die beiden unbedingt mit mussten.

Danach ging es zur Marusei Koi Farm. Da Anzahl an Fischen, die dort in der großen Halle schwimmt, ist schlicht unüberschaubar. Yoshiyuki Hirasawa hatte aus dem Naturteich Wagoi abgefischt. Riesige Tiere, darunter Chagoi, Karashigoi, Yamabuki, Mukashi und Kogane. Ich hatte mich nach den Tieren erkundigt, und Yoshiyuki versicherte mir, dass es sich um Sansai handelte. Angesichts der Tatsache, dass die Fische alle zwischen ca. 75 und 80 cm groß waren; kaum zu glauben. Ich konnte nicht widerstehen und habe mir 4 Kracher aus dem noch vollen Becken herausgesucht, darunter ein Karashigoi, ein Mukashi Ogon, ein Yamabuki Ogon und ein Chagoi mit sage und schreibe 82 cm; als Sansai! Einfach Unglaublich.

Nach diesem Erlebnis ging es zur Yagenji Koi Farm. Ich wollte hier unbedingt HQ Shiro Utsuri selektieren. Enttäuscht musste ich zunächst feststellen, dass in den Verkaufsbecken kaum Fische da waren. Doch dann kam der erlösende Anruf: Die Shiro Utsuri Nisai wurden gerade abgefischt. Schnell habe ich mir davon eine Box mit 5 wunderschönen Tieren sichern können. Manchmal muß einem eben das Glück helfen.

Abends ging es nochmals zu Maruhiro. Ich war auf der Suche nach HQ Nisai und trotz der vorgerückten Stunde habe ich noch drei Boxen mit sehr guten Fischen selektieren können. Darunter wirklich sehr starke Benigoi und Ginrin Benigoi mit unglaublich gutem Körperbau und bestechendem Rot.

Anstrengend aber glücklich habe ich den 2. Einkaufstag beenden können. Der Jet lag hat sich noch bemerkbar gemacht und war nur mit einem weitern ausgezeichneten Abendessen zu ertragen.

Am 14. Oktober sind weitere Händler in Ojiya angekommen und wollten ebenfalls selektieren. Ich habe den Kollegen gerne den Vortritt gelassen, da ich ja zu diesem Zeitpunkt fast alles bekommen habe, was ich wollte. Dies gibt Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken. Ich konnte in dieser Zeit viel über Qualitätsmerkmale der Fische erfahren und habe unglaublich viel dazulernen dürfen. Dabei ist mir auch so richtig bewußt geworden, wie unendlich freundlich die Japaner sind. Nie ein Aufbrausen, ein unfreundliches Wort, statt dessen immer ein Lächeln und eine höfliche Verbeugung. Nachdem verschiedene Züchter besucht worden waren, ging es nochmals zur Yagenji Koi Farm. Dort hatte ich ja bereits eine Box Shiro Utsuri selektiert, und nun wollte ich eine zweite Box Nisai finden. Glücklicherweise konnte ich 5 Fische von hoher Qualität zu einer Box zusammen stellen.

In der Box befindet sich ein Goromo, ein Asagi, ein Kikusu, ein Goshiki und ein Kujaku, allesamt von ausgezeichneter Qualität. So war dieser Tag wieder ein Erfolg für mich.

Am 15. Oktober waren die Händlerkollegen am Einkaufen. Auch diese haben sehr schöne Fische kaufen können. Manchmal hat es mir schon fast leid getan, wie viele schöne Fische ich in Japan lassen musste, aber der Platz zu Hause ist leider begrenzt. So mancher Gedanke kreiste daher um die Frage, wie ich noch weitern Platz für das nächste Jahr schaffen kann. Trotzdem musste ich noch unbedingt zu Shinoda, um einen Kundenwunsch gerecht zu werden. Das Glück war wieder einmal auf meiner Seite und ich konnte einen erstklassigen Doitsu Showa selektieren. Der Kunde wird sicher seine Freude an diesem Fisch haben. Damit die Box voll wird, habe ich -wiederum direkt nach dem Abfischen- drei weitere, Doitsu Showa bzw. Doitsu Sanke dazusetzen können. Eine wirklich traumhaft schöne Box!

Den 16. Oktober habe ich genutzt, um mir das Koi Museum in Ojiya anzusehen. Das ist wirklich eine ganz bezaubernde Anlage und unglaublichem Charme. Kunstvoll wurde auf relativ kleinem Raum die Illusion einer Landschaft geschaffen. Absolut sehenswert. Am 17. Oktober habe ich bei der Marusei Koi Farm noch eine Box mit 3 Sansai Chagoi bekommen können. Leider ist das Foto nicht mehr vorhanden. Dies werde ich umgehend nachreichen. So ging am Abend des 17. Oktober eine wunderschöne und erlebnisreiche Reise zu Ende; natürlich mit gutem Essen. Am 18. Oktober musste ich früh morgens die 22-stündige Heimreise antreten. Schon jetzt vermisse ich den Trubel und die Eindrücke aus Japan. Ich bin sicher, dass ich so schnell wie möglich wieder dort hin muss.

Die Fische des Imports 2017 werden am 02.11.2017 ankommen. Wer Interesse hat, kann sich gerne ab ca. 1 Woche später melden.